"Unglaubliche Freude über Nagelsmann-Besuch"
Um die Bedeutung des Schulfußballs in den Fokus zu rücken, haben Bundestrainer Julian Nagelsmann, DFB-Sportdirektor Rudi Völler und Andreas Rettig, Geschäftsführer Sport der DFB GmbH & Co. KG. am vergangenen Montag die Grundschule Essenheim besucht. Neben einer Kinder-Pressekonferenz mit dem Bundestrainer und tollen Showeinlagen stand auch die Unterzeichnung einer Kooperationsvereinbarung zwischen der Grundschule und der Spielvereinigung Essenheim auf dem Programm. Lehrerin Nina Brambach erklärt im FUSSBALL.DE-Interview, warum die Zusammenarbeit mit Vereinen so wichtig ist - und wie Lehrkräfte davon profitieren können.
FUSSBALL.DE: Kicken mit dem Bundestrainer. Diesen Tag werden ihre Schülerinnen und Schüler wohl so schnell nicht vergessen. Wie haben Sie den Schulbesuch erlebt?
Nina Brambach: Auf jeden Fall mit großer Vorfreude und Aufregung. Die Kinder waren voller Begeisterung, dass sie den dreien den Tanz und auch das Lied vortragen durften, das sie einstudiert haben. Wenn so ein großes Event ansteht, sind sie immer besonders aufgeregt. Aber auch ich persönlich bin großer Fußballfan und habe mich deshalb unglaublich über den Besuch gefreut.
Der Bundestrainer kann natürlich nicht jeden Tag vorbeikommen, um die Kids für den Fußball zu begeistern. Ihre Schule hat aber eine Kooperationsvereinbarung mit der Spielvereinigung Essenheim unterschrieben. Warum ist die Zusammenarbeit zwischen Schule und Verein so wichtig?
"Im Alltag vieler Kinder ist es leider so, dass Sport häufig das erste ist, was wegfällt, sobald die Zeit knapp wird"
Brambach: In erster Linie hoffen wir, durch die Kooperation natürlich mehr Kinder in die Vereine zu bringen, damit diese wachsen können. Aber auch wir als Lehrer profitieren davon. Ich selbst zum Beispiel bin keine gelernte Sportlehrerin, unterrichte das Fach aber und bin froh, Menschen an meiner Seite zu haben, die den Kindern gewisse Dinge mit mehr Expertise vermitteln können.
Die Kooperation mit einem Verein kann also direkt in die Unterrichtsgestaltung einfließen?
Brambach: Auf jeden Fall! Unsere Schule kooperiert bereits mit einem Handball-, Tischtennis- und Schwimmverein und die Zusammenarbeit ist ein Riesengewinn. Deshalb freuen wir uns umso mehr, dass wir nun auch im Fußball Unterstützung bekommen.
Der Bundestrainer hat den Kindern erklärt, dass es wichtig ist, sich nicht zu früh für eine Sportart zu entscheiden, sondern viel auszuprobieren und vor allem Spaß an der Bewegung, am Miteinander und auch am Gewinnen zu finden. Findet sich dieser Gedanke auch im Lehrplan wieder?
Brambach: Ich würde sagen ja. Gerade im ersten Schuljahr geht es darum, dass die Kinder sich überhaupt bewegen und Spiele als Sozialform kennenlernen. Dazu kommen dann die verschiedenen Sportarten. Fußball ist vor allem im zweiten Schuljahr ein Thema, so dass meine aktuelle Klasse schon im nächsten Jahr von der Kooperation profitieren darf. Die Kinder sammeln erste Erfahrungen mit dem Ball und lernen einfache Dinge wie Passen und Dribbeln. Das DFB-Paule-Schnupper-Abzeichen ist da zum Beispiel ein tolles Tool, um das Erlernen erster Techniken mit Spiel, Spaß und auch dem Wettkampfgedanken zu verbinden.
Um Lehrkräfte über die Kooperation hinaus zu unterstützen, bietet der DFB verschiedene Aus- und Fortbildungen an. Auch Sie haben dieses Angebot schon genutzt. Was wird dort vermittelt, und lassen sich die Inhalte problemlos auf den Schulsport übertragen?
Brambach: Meine zweitägige Fortbildung war sehr praxisorientiert, und ich konnte die Einheiten tatsächlich eins-zu-eins auf meinen Unterricht übertragen. Leider sind die Inhalte nach einiger Zeit nicht mehr ganz so präsent, dann wird die Umsetzung schwieriger. Veranstaltungen wie der Schulbesuch oder die Kooperation mit dem Verein helfen aber, die Dinge aufzufrischen und das Gelernte wieder stärker in den Unterricht einfließen zu lassen.
Worin sehen Sie die größte Herausforderung für den Schulsport?
Brambach: Im Alltag vieler Kinder ist es leider so, dass Sport häufig das erste ist, was wegfällt, sobald die Zeit knapp wird. Da ist es als Schule unsere Aufgabe darauf zu achten, dass wir den Kindern diese Möglichkeit bieten. Für uns Lehrkräfte ist es deshalb immer gut, Fortbildungen zu nutzen, um den Kindern möglichst viele unterschiedliche Bewegungsangebote zu präsentieren. Nur so können wir sie auch langfristig für den Sport begeistern.
Weiterführende Informationen rund um Kooperationsmöglichkeiten und Schulfußball-Projekte des DFB gibt es hier.